Tanz der Moleküle

Tanz der Moleküle

Am Standort Goch fertigt TITAN PET-Umreifungsband sowie große Teile des Sondermaschinenprogramms

Der Schieber des Silos öffnet sich und heraus strömen Millionen grüner Flocken. Die sogenannten Flakes sind geschredderte PET-Flaschen. Im TITAN-Werk in Goch bekommt das Material eine neue Funktion. Schritt für Schritt werden hier aus PET-Flocken extrem belastbare PET-Umreifungsbänder. Weltweit sorgen die grünen Bänder für den sicheren Transport von Baustoffen, Holzprodukten, Wellpappen, Blechpaketen und vielem mehr. Bevor es mit der Verarbeitung losgehen kann, müssen die Flakes trocknen. Wenn das Rohmaterial in den Extruder eingefüllt wird, hat es einen etwa 60 Meter langen Weg durch die Produktionshalle vor sich. Der Extruder zerkleinert die Flocken zunächst. Dann werden sie auf 240 Grad Celsius erhitzt.

Das Material hat jetzt eine honigähnliche Konsistenz und nimmt seinen Weg durch unterschiedliche Düsenköpfe. Heraus kommen Bandrohlinge, die noch dicker und breiter als das Endprodukt sind. "Dann erschrecken wir die Rohlinge in einem Wasserbad", erklärt Harald Pollehn, Gesamt-Vertriebsleiter bei TITAN. Jetzt geht es darum, die PET-Moleküle in die richtige Form zu bringen - das bedeutet, dem Material mehr Festigkeit und Stabilität zu verleihen.

Dazu werden die Bänder mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten über mehrere Rollenpaare gezogen. Weiter geht es mit einer Oberflächenbehandlung. Das PET-Band erhält eine Prägung. Diese verleiht ihm zusätzliche Festigkeit und Steifigkeit, so lässt es sich besser verschweißen und verarbeiten. Außerdem reduziert die Prägung die Reibungsfläche beim Umschießen in automatischen Umreifungsmaschinen.

Das fertige Band ist zwischen 9 und 32 Millimeter breit und zwischen 0,6 und 1,65 Millimeter dick. Auf Standardrollen bis hin zu riesigen MegaJumbo-Rollen gewickelt liefert TITAN seine PET-Bänder in die ganze Welt. "Unsere größten Rollen fassen knapp 30.000 Meter PET-Band. 

Das können nur ganz wenige unserer Mitbewerber leisten", erklärt Harald Pollehn. Deshalb ist dieses Umreifungsband sogar in Australien äußerst gefragt. Denn im Gegensatz zu deutlich kürzeren Lauflängen brauchen die Mega-Rollen nur alle acht Stunden gewechselt werden.

Mit dem Aufbau des Werks in Goch hat sich TITAN ein solides weiteres Standbein zu seinen Stahlumreifungen und Technologien geschaffen. Als Systemhersteller von Umreifungstechnik und Band überzeugt TITAN vor allem durch seine abgestimmten Komplettpakete für jede Art der Umreifung.

PET-Band im Gespräch

Harald Pollehn, Gesamt-Vertriebsleiter TITAN

Herr Pollehn, im TITAN-Werk in Goch wird PET-Umreifungsband hergestellt. Wo liegen die Vorteile bei diesem Material? Das PET-Band ist zu 100 Prozent Recyclingmaterial. Wir bekommen das Rohmaterial von verschiedenen Recyclingfirmen, mit denen wir in engem Kontakt stehen und auf deren Qualität wir vertrauen. Die hohe Materialqualität macht es möglich, dass die Reste, die während der Herstellung entstehen, wieder in den Produktionsprozess mit einfließen. Alles was an PET in die Halle hereinkommt, geht auf einer Rolle als Band wieder heraus.

Wird PET-Band das Stahlband in naher Zukunft ersetzen?
Wir haben noch Wachstum im Bereich PET zu erwarten. Gerade für die Umreifung von Baustoffen, Holz und in der Metallindustrie eignet sich das PET-Band sehr gut, auch weil es eine hohe Haltekraft hat. Das heißt, selbst wenn das Packstück zum Beispiel durch Übereinanderstapeln schrumpft, ist immer noch genügend Bandspannung vorhanden. Außerdem ruft PET kaum Kantenverletzungen hervor. Heiße Stahlcoils dagegen müssen weiter mit Stahlband umreift werden. So wird es sicher für beide Produktbereiche eine Zukunft geben.

Was passiert eigentlich mit dem gebrauchten Band?
Wir sind Mitglied in der Kunststoffbandverwertungsgesellschaft (KBV). Hier haben sich die Bandhersteller zusammengeschlossen. Die KBV sorgt dafür, dass das verbrauchte Band gesammelt und recycelt wird.

Übersicht Stories

Story drucken